Neues Buch zu Industrie 4.0

06.07.2016

2013 erschien mein erstes Buch zu Industrie 4.0 als Tagungsband zum Industriegipfel Feldafing. Drei Jahre später gibt es ein zweites: "Industrie 4.0 grenzenlos" ist derzeit beim Springer Verlag in der Produktion und wird voraussichtlich im Herbst auf den Markt kommen. Es ist nicht einfach eine Neuauflage. Im Vorwort heißt es: "Es ist in gewisser Weise auch ein politisches Buch über die Industrie der Zukunft. Und es wagt einige Blicke zurück auf die Geschichte der industriellen Revolution(en), denn aus der Kenntnis dessen, woher wir kommen, können wir am besten verstehen, wohin der Weg uns möglicherweise führen wird."

Insgesamt ist die deutsche Initiative Industrie 4.0 nun fünf Jahre alt. Weltweit hat sie die Diskussion über die nächste Stufe der Industrialisierung angeregt und getrieben. Wie die Digitalisierung und das Internet nun auch die Industrie erfassen und was das für uns alle bedeutet, beschäftigt mittlerweile auch Tageszeitungen und Magazine, die sich bis vor Kurzem erst als allerletztem Thema der Technik und der Industrie widmeten. Denn allmählich wird klar: Von der Prosperität der Industrie hängt unser Wohlstand ab; von der Art, wie die Industrie mit den Ressourcen der Natur und der Menschen umgeht, hängt die Zukunft ab; und Technologie und Wissenschaft helfen nicht nur den Unternehmen zu mehr Effektivität und Umsatz, sie können dem Menschen auch dabei helfen, die Zukunft zu gestalten.

Dass die Diskussion weltweit geführt wird, dass es inzwischen viele Initiativen rund um den Globus gibt, ist gut. Es fördert den Wettbewerb. Aber damit ist auch klar: Ob Deutschland für die nächste Stufe der Industrialisierung auf dem Weltmarkt wieder führend ist, das ist noch keineswegs ausgemacht. Das Internet hat die Wirtschaft aus den USA heraus umgekrempelt. Die Gründermentalität und der Mut zu Kreativität und Neuem sind das große Kapital, dass die US-Wirtschaft nun in den Wettbewerb um das Internet der Dinge wirft. China ist in weiten Teilen der Industrie noch weit zurück, aber das Land – die Regierung und seine Einwohner – ist fest entschlossen, bis zur Mitte dieses Jahrhunderts weltweit Industrienation Nr. 1 zu sein. Es ist also nicht die Frage, ob der Standort Deutschland mit Industrie 4.0 die richtige Richtung eingeschlagen hat. Es ist die Frage, wie er sich gegenüber dem weltweiten Wettbewerb positioniert und welche Rolle er in der internationalen Entwicklung spielt.

Das neue Buch behandelt diese Fragen ausführlich. Aus meiner Sicht, aber auch wieder aus der Sicht von Industrieunternehmen und Forschern, die sich an vorderster Front damit befassen. Und – das ist wohl einmalig – mit einem namentlichen Beitrag des CEO von Xinhuanet aus Peking, der "Made in China 2025" in Bezug setzt zu Industrie 4.0 und erläutert, welche Rolle die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China aus chinesischer Sicht spielt.

Das erste Buch hat in Deutschland einen vergleichsweise großen Leserkreis angesprochen. In China aber ist es zu einem Bestseller geworden, und das ohne jegliche Promotion. Das neue Buch ist auch in englischer Sprache geplant. Vielleicht kann es einen Beitrag dazu leisten, dass die internationale Debatte um die Digitalisierung sich nicht in Bedenken gegen das Neue und Angst vor der Zukunft verzettelt, aber auch nicht steckenbleibt in der technischen Debatte des Machbaren.

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