Vortrag und Diskussion bei der Böll-Stiftung

17.10.2016

In Zusammenarbeit mit UnternehmensGrün und GewerkschaftsGrün hatte die den Grünen nahestehende Heinrich-Böll-Stiftung am 14. Oktober nach Berlin eingeladen. Das Thema der siebenstündigen Tagung: "Update im Betriebssystem – Gutes Arbeiten und ökologisches Wirtschaften in der digitalen Zukunft". Ich war als Hauptredner gebeten worden, einen Blick in die Zukunft zu werfen und die Rolle von Industrie 4.0 zu erläutern. Diese halbstündige Rede wurde aufgezeichnet und ist hier zu sehen: Video vom Vortrag in Berlin

Einleitender Vortrag zur Tagung der Böll-Stiftung

Anschließend gab es zwei Podiumsdiskussionen mit Publikumsbeteiligung, in denen die Chancen und Risiken der Digitalisierung einerseits für die Arbeitswelt, andererseits für die Umwelt ausgeleuchtet wurden. Das Publikum, mit circa 100 Teilnehmern erheblich größer als bei den letzten vergleichbaren Veranstaltungen der Böll-Stiftung, kam aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Auch auf den Podien gab es hinsichtlich der Teilnehmer von der stellvertretenden IGM-Vorsitzenden und dem Professor für Betriebsrecht über die Unternehmerin und den Analysten bis zur Bundestagsabgeordneten und dem Vertreter des Wirtschaftsministeriums keine Gefahr einseitig technologischer Betrachtung.

Bei der Diskussion über die Arbeitswelt der Zukunft bildete die Frage, wie wir insgesamt auf das Wegfallen von vielen der bisherigen Arbeitsplätze reagieren sollen, einen Schwerpunkt. Etwa die notwendige Veränderung der schulischen und universitären Ausbildung in Richtung Systementwicklung und die Verstärkung der betrieblichen Anstrengungen zur Weiterbildung. Aber größeres Interesse fanden dann die sogenannten Click-Worker und ihre soziale Absicherung, oder die Frage, ob Digitalisierung uns zunehmend schlechte Jobs wie bei Essenslieferanten (foodora) oder Uber bescheren wird. Möglicherweise Ausdruck der Tatsache, dass die Fertigungsindustrie, die rund 24 Prozent des Standorts Deutschland repräsentiert, in Berlin nicht mehr präsent ist.

Die Frage des ökologischen Nutzens, der aus der Digitalisierung der Industrie gezogen werden kann, brachte einige wichtige Erkenntnisse. Beispielsweise wurde ausführlich diskutiert, wie die Städte über intelligente Vernetzung der Transportmittel und Verkehrsteilnehmer zu Smart Cities nach dem Vorbild des Hamburger Hafens werden können, wer das organisieren und finanzieren kann und soll. Aber auch, dass die Digitalisierung der industriellen Prozesse schon heute viele gesetzliche Grenzwerte hat zum Standard werden lassen, weil die Unternehmen ihre Berücksichtigung und Einhaltung automatisiert hat.

Viele Fragen  blieben auch bei dieser Diskussion offen. Aber sie war ein Zeichen dafür, dass die Digitalisierung in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Ein Grund, Technik und Technologie weiterhin hauptsächlich den Unternehmen und ihren Ingenieuren zu überlassen, wurde jedenfalls von niemandem vorgebracht.  

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